AUVA Radworkshop - Erste Hilfe: Kleine Wunden richtig versorgen - matomo

So behandeln Sie Schürfwunden und harmlose kleinere Verletzungen, die nicht zu stark bluten, selbst:

  1. Bewahren Sie Ruhe! Am allerwichtigsten ist die psychische „Heilung“.  Den Schmerz und die Scham klein- oder wegreden ist genauso wenig hilfreich wie ein Dramatisieren der Blessuren. Geteilter Schmerz ist halber Schmerz und geht auch wieder vorbei.

  2. Wunde reinigen bzw. desinfizieren. Hierfür eine Wundauflage mit Desinfektionsmittel tränken und die Wunde vorsichtig reinigen. Falls kein Desinfektionsmittel vorhanden ist, Wasser verwenden. Tipp: Lassen Sie die Wunde vorerst etwas bluten, damit Schmutz und Keime aus der Wunde ausgeschwemmt werden können.

  3. Die gereinigte Wunde sauber tupfen!

  4. Die Wunde etwas trocknen lassen, Dauer ca. 20 Sek.

  5. Anschließend trockene Wundauflage auflegen und mit einer kohäsiven Fixierbinde (Peha-haft) einbinden. Tipp: Peha-haft nicht zu fest umwickeln, der Verband zieht sich nämlich noch zusammen. Vorteil: Der Verband muss nicht extra fixiert werden, da er selbstklebend ist – allerdings ist eine Schere für das Abtrennen notwendig.

  6. Zuhause die notdürftige Wundversorgung durch DermaPlast ersetzen. DermaPlast ist wasserfest – im Sommer kann ihr Kind damit auch baden gehen.

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Die Wunde wird gereinigt.
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Pusten, trösten, Pflaster drauf.
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Ein kleiner Sturz tut der Weiterfahrt keinen Abbruch.

Gestürzt, aufgestanden, versorgt, Helm gerichtet und weitergeradelt…

Eine professionelle Wundversorgung kann vom kleinen Schock ablenken und aus einem Mega-Sturz eine interessante Erfahrung machen. Wir vom AUVA-Radworkshop haben solche kleineren Abschürfungen quasi tagtäglich und unsere CAPtains vertrauen auf die Produkte von HARTMANN.

Beispielgebend sei hier einmal die häufigste Form des Fahrradunfalles erwähnt. Der Sturz zur Seite mit einem sog. „Schotterausschlag“ auf Ellenbogen, Unterarm oder Knie. Medizinisch sprechen wir hier professionell von einer „Abrasion“.

Die Wundversorgung beginnt im Kopf

Die Frage: Was ist dir denn passiert und wie ist das geschehen, gibt dem/der Gestürzten die Möglichkeit, das Erlebte zu reflektieren. Möglicherweise wird da schon eine Idee geboren, wie man hinkünftig diese Art von Sturz vermeiden könnte. Wenn gröbere Verletzungen des Beines oder Armes ausgeschlossen werden können, dann ist es manchmal hilfreich zu einem schattigen „Verbandsplatz“ zu wechseln. Wo man sitzen und auf den Schreck auch etwas trinken kann. Bei der Wunde geht es darum, möglichst keine Keime eindringen zu lassen. Viele Kinder haben Angst, dass sie, wenn sie Blut verlieren, gleich sterben könnten. Da kann man beispielsweise erzählen, wie viel Blut eigentlich im Körper pulsiert und was es sonst noch alles kann: Nämlich Wunden schließen UND dabei helfen, dass wieder Haut über die ganze Sache wächst.

Wenn die Wunde verschmutzt ist, hilft jedenfalls sauberes Wasser zum Reinigen der Wunde als Erstmaßnahme. Wasser hat auch eine kühlende Wirkung auf die verletzte Stelle.

Bei der Wundversorgung gibt es zwei aufeinander aufbauende Elemente:

  • Die Wundauflage, die die Wunde vor Keimen abdeckt und idealerweise nicht mit der Haut verklebt.
  • Und die sogenannte Fixation, also die Befestigung der Wundauflage, um ein Verrutschen zu verhindern. Die einfachste Form ist das klassische Heftpflaster. Hier ist schon alles vorbereitet.

Wenn es aufgrund der Wundgröße und der Blutung nicht ausreicht, gibt es in allen Erste-Hilfe-Päckchen auch größere Wundauflagen und Mullbinden. Verbände sind nicht nur medizinisch wichtig, sondern können durchaus auch als „Ehrenzeichen“ gelten. Alle können sehen, dass selbst ein schmerzhafter Sturz den Bewegungsdrang des Kindes nicht mindert.  

Punkto Wundversorgung vertrauen wir auf die selbsthaftenden Verbandrollen namens Peha-haft. Es gibt sie in zwei unterschiedlichen Breiten und in zwei bunten Farben. Damit sieht der Verband beim Weiterradeln nicht gleich verschmutzt aus – ein bunter „Hinfaller-Orden“ stärkt das Selbstbewusstsein.

 

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Autschi!
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Unser Tipp: Peha-haft von Hartmann.

Anmerkung für die Eltern:

Wenn es ernster aussieht und Sie sich nicht sicher sind, rufen Sie den Notruf 144. Beobachten Sie Ihr Kind auch nach der Behandlung. Falls später eine ungewohnte Mattigkeit oder Übelkeit auftritt, könnte es auch eine sich langsam entwickelnde Bauch- oder Hirn-Verletzung sein. Wenn dieser Zustand eintritt, ist unverzüglich eine ärztliche Abklärung notwendig!