AUVA Radworkshop - Wieviele Kinder können bzw. sollen am AUVA-Radworkshop teilnehmen? - Grundsätzlich gilt: Je mehr SchülerInnen einer Schule teilnehmen desto größer die Chance auf Zusage. Bei Bedarf wird der AUVA-Radworkshop  an einer Schule auch an mehreren Tagen durchgeführt.

Grundsätzlich gilt: Je mehr SchülerInnen einer Schule teilnehmen desto größer die Chance auf Zusage. Bei Bedarf wird der AUVA-Radworkshop  an einer Schule auch an mehreren Tagen durchgeführt. Siehe dazu „Wie lange dauert so ein AUVA-Radworkshop?“

Unsere Empfehlung für die Bewerbung: Zumindest 80% aller SchülerInnen einer Schule sollten in der Bewerbung der Schule aufscheinen. Darunter besteht aufgrund der großen Nachfrage nur wenig Chance auf Zusage.

Wir wollen nicht nur 4.- oder 3.-Klassler, sondern ganz bewusst auch SchülerInnen der 2. und allenfalls auch Kinder der 1. Klasse. Sie werden erstaunt sein, was auch kleinere Kinder in diesem Bereich gerne leisten und dabei oft auch die älteren SchülerInnen überflügeln.

  • Mindestschulgröße: 50 SchülerInnen. Kleinschulen mit weniger Kindern können sich mit benachbarten Schulen als Partnerschule bewerben. Bewerbungen von Partnerschulen bringen Extrabewertungspunkte und werden bei der Vergabe besonders berücksichtigt.
  • Sonderregelung für NÖ: Teilnahme auch mit weniger als 50 SchülerInnen möglich, wenn alle SchülerInnen der Kleinschule teilnehmen.
  • HöchstteilnehmerInnenzahl pro Stunde: 1-2 Klassen (max. ca. 26 SchülerInnen) pro Stunde. Hat eine Schule mehr als 4 Klassen, wird von uns ggf. eine fünfte Stunde angehängt oder weitere Veranstaltungstage an der gleichen Schule eingeplant.

Warum können wir  Kleinschulen mit weniger als 50 Kindern nicht berücksichtigen?

Natürlich hat diese Untergrenze von 50 Kindern auch mit der sinnvollen Verwertung der uns von AUVA, BMVIT und auch den LänderpartnerInnen zur Verfügung gestellten Mitteln zu tun. In vier bis fünf Aktionsstunden können wir rund 80 bis 120 Kinder mit diesem Programm erreichen.

Aber es gibt auch pädagogische und physische Gründe  die für mehr Kinder pro Klasse und Stunde sprechen.

Alle Kinder einer Klasse fahren gleichzeitig. Das Programm in der über die Jahre weiterentwickelten Form zielt auch absichtlich darauf ab, dass die Kinder mit anderen „ParcoursbenutzerInnen“ interagieren und sozusagen am „radelnden Objekt“ lernen.

So müssen die ParcoursbenutzerInnen ihre Fahrgeschwindigkeit an das Niveau der Vorausfahrenden anpassen, weil Überholen streng verboten ist. Und das stellt grade die sehr eiligen SchülerInnen  vor  eine echte Herausforderung. Einerseits müssen sie sich beherrschen und ihre Fahrgeschwindigkeit an „Schwächere“   im System anpassen, andererseits werden manche Manöver schwieriger wenn sie langsamer sie gefahren werden müssen.  
Geübt wird dadurch auch das Abstandhalten. Wer zu knapp auffährt und „drängelt“ hat auch bei einem kleinen Fahrfehler des vorausfahenden Kindes kaum eine Chance rechtzeitig anzuhalten.
Parallelen zur Verkehrswelt der Erwachsenen und zum motorisierten Verkehr sind hier leicht erkennbar.

Bei manchen Parcoursteilen bauen wir auch Bereiche ein, die absichtlich eine ziemlich knappes Vorbeifahren der SchülerInnen wahrscheinlich macht. Hier muss die SchülerInnen vor allem mental damit umgehen können, dass knapp neben der eigenen Fahrspur auch noch jemand anderer fährt und dürfen sich nicht irritieren lassen.

Beim Schneckenrennen wiederum fahren drei  Kinder gegeneinander um die Wette langsam.  Befinden sich  nur insgesamt 10  Kinder gleichzeitig am Parcours, dann dauert es in der Zeitrechnung eines Kindes „ewig“ bis endlich wieder zumindest  ein zweites Kind als „GegnerIn“ zur Verfügung steht.

Nicht zuletzt können schwächere RadfahrerInnen von einem vorausfahrenden besser trainierten Kind profitieren indem sie sich dessen Fahrtstil abschauen.  Wie in enge Kurven richtig eingefahren wird oder wie Hindernisse überfahren werden, lernt man so ganz einfach voneinander.

Nun wären alle diese Argumente entkräftbar, wenn man Kleinschulen mit  insgesamt weniger als 50 Kindern einfach die längere Übungszeiten  ermöglichst . Was ja auf den ersten Blick auch plausibel klingt. Wenn das Angebot schon da ist, kann man es auch intensiver nutzen.

DIE PHYSIOLOGIE:                                                                             

Der Hindernisparcours an sich ist jedenfalls schon eine ziemliche körperliche Herausforderung  durch die enge Parcoursführung im niedrigen Geschwindigkeitsniveau, die vom Kraft- und Koordinationsaufwand mit normalem Alltagsradfahren nicht vergleichbar ist. Dazu kommt der psychische Stress durch die vielen eingebauten ungewohnten fahrdynamischen Erfahrungen.

Das bedeutet, dass die Kinder während der Übungsstunde auch Erholungsphasen benötigen.
Wir haben den Parcours so aufgebaut dass sich zumindest beim Langsamwettrennen ein „Stau“ bilden kann. Hier stehen die Kinder pro Runde etwa eine Minute und können dabei:
Mit den Klassenkollegen austauschen wo was besonders schwierig oder „eh ganz leicht“ war.

Die anderen, gerade fahrenden Kinder beobachten und so einen Vergleich im Sinne einer Standortbestimmung vornehmen wie sie sich im Bezug zu gleichaltrigen in punkto Fahrkönnen einschätzen können.

Auch das mentale Verarbeiten von kritischen Situationen am Parcours kann hier während des „Durchatmens“ erfolgen.

Und nicht zuletzt braucht der Körper auch beim jungen Menschen eine gewisse Erholung.

Dass durchatmen und „Runterkommen“ ist auch deshalb wichtig, weil sich viele Kinder auf diesem Parcours sehr stark konzentrieren und dabei in einen, durchaus wünschenswerten Flow-Zustand gelangen.  Da liegen Glück und Stress nahe beieinander. Diese Phase des Verinnerlichens oder des Aufgehens in der Aufgabe gehört auch ab und an unterbrochen.